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Aktuelles




Baschang bei Reformationsfeier: Selbstherrliche Spaltungen zerstören die Kirche!
REMCHINGEN. Bei der abendlichen Reformationsfeier der drei Ev. Kirchengemeinden in Remchingen am 31. Oktober in der Christuskirche im Ortsteil Wilferdingen (Pforzheim-Land) hat der emeritierte Oberkirchenrat Klaus Baschang (Karlsruhe) vor geistlicher und politischer Schwärmerei gewarnt. Religiöse Fanclubs könnten kein Ersatz für die örtliche Gemeinde sein. Der Reformator Martin Luther sei kein Kirchenspalter gewesen. Baschang (links oben im Bild), von 1976 bis 1998 Mitglied der badischen Kirchenleitung, kritisierte „die große Versuchung von Protestanten, so etwas wie ein kleiner Luther zu werden“. Am 31. Oktober 1517 hatte Martin Luther (1483–1546) 95 kirchenkritische Thesen an der Tür zur Schlosskirche von Wittenberg angeschlagen und damit die Reformation eingeleitet. Luthers Überzeugung „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“ werde heute häufig als „Bühne für eine fromme Talentshow“ missbraucht, sagte Baschang vor den zahlreichen Besuchern. (www.eki-wilferdingen.de)

Mangelnder Respekt zeige sich auch, wenn Protestanten von der Katholischen Kirche erwarteten, evangelische Ehepartner von katholischen Christen zum Abendmahl zuzulassen, was nach katholischem Kirchenrecht nicht erlaubt ist. Wenig Respekt vor der evangelischen Grundüberzeugung, dass die Bibel als alleiniges Fundament des Glaubens ausreiche, werde bewiesen, wenn ein Leistungsprotestantismus mit guten Taten für die Umwelt und die unterentwickelten Länder propagiert werde. Vor Gott könne man weder mit guten Taten noch mit anziehenden Stimmungen bestehen, sondern durch den Glauben an Jesus Christus.

Respektlos empfinde er es, wenn ein Hauskreis sich selbst zur Gemeinde erkläre und die Verbindungen zur Kirchengemeinde aufgebe. „Einheit der Kirche in der Wahrheit des Glaubens“ sei das Programm von Luther-Mitstreiter Philipp Melanchthon (Bildmitte oben) gewesen. Beide Protestanten hätten im Neuen Testament gelernt und aus der Kirchengeschichte gewusst, dass die Einheit der Kirche auch eine äußere Ordnung brauche. Menschen müssten sehen können, wo sie dem Wort Gottes begegnen könnten. Schon Jesus habe seinen Jüngern klare Regeln für ihr gemeinsames Leben gegeben, Paulus bei seinen Reisen nicht nur Gemeinden gegründet, sondern sie auch wie ein Visitator besucht und eine Kollekten-Sammlung organisiert. Im Neuen Testament fände sich eine große Zahl von Rechtsregeln für das Leben der Gemeinden nach innen und außen. Ohne gemeinsame Regeln komme es zum Chaos. Das gelte auch für die Kirche. Ein Chaos in der Kirche sei zugleich das Ende jeder Evangelisation und Mission. (Martin Kugele - 1. November 2011)





Aktionen und ChurchNights erinnerten an die Reformation von Martin Luther
BRETTEN. Mit vielen Aktionen setzten evangelische Christen am Reformationstag einen Gegenakzent zum Halloween-Spektakel. Martin Luther (1483-1546) hatte am 31. Oktober 1517 die 95 Thesen an der Schlosskirche zu Wittenberg angebracht und damit die Reformation eingeleitet. In Erinnerung daran luden Gemeinden auch in diesem Jahr am 31. Oktober wieder zu „ChurchNights" und anderen Aktionen ein. Dass der traditionsreiche protestantische Tag neben gruselig-bunten Halloween-Feiern untergeht, befürchtet die Kirche nicht. Ein Dekan meinte: „Das Halloweenfest, dessen Import wir der Werbeindustrie und ihren verkaufsfördernden Überlegungen zu verdanken haben, wird nach einigen wieder Jahren verblassen, weil es neue Ideen braucht. Das Gedenken an die Reformation wird bleiben, weil die Reformation zu vieles verändert hat“, erklärte er in einem Interview.

An über 1.000 Orten wurde bundesweit der Reformationstag mit einer „ChurchNight“ gefeiert. Unter dem Motto „Ich bin so frei“ lernten die Leute die reformatorische Erkenntnis von Martin Luther über die „Freiheit eines Christenmenschen“ kennen. Der Glaube an Jesus befreit Menschen von dem Zwang, es Gott und den Menschen recht machen zu wollen, so die Ev. Kirche in Deutschland. „Wer innerlich frei ist, kann sich entfalten und sein Leben und die Gesellschaft gestalten“, hieß es. In diesem Jahr gab es Luther-Nächte mit Programm bis nach Mitternacht, mit Andachten, Gottesdiensten, Film- und Themen-Abenden, mit Theaterstücken, Luther-Musik, Fackel-Wanderungen, Thesen-Anschläge und Luther-Parties. Als Reaktion auf das Halloween-Ritual „Süßes, sonst gibt’s Saures“ wurden „Luther-Bonbons“ an Kinder verschenkt mit der Aufschrift „31. Oktober ist Reformationstag“. Damit sollte ihnen deutlich gemacht werden, dass allein der Reformationstag ein Anlass zur Freude ist, denn Luther habe sich nicht nur für die Erneuerung der Kirche eingesetzt, sondern auch für die Erneuerung des menschlichen Lebens durch das Evangelium. Dagegen sorgte die Halloween-Nacht auch dieses Jahr wieder für Randale und Gewalt. Welch ein Kontrast-Programm! Die Polizei der badischen Stadt Pforzheim berichtete von brutalem Vandalismus. Ganz anders die Früchte der ChurchNight in dieser Stadt, die junge Leute positiv motiviert verließen.

In Mosbach kamen Mönch, Ritter und Edelleute in die Stiftskirche, andernorts wurden bei Fackelschein die wichtigsten Stationen in Luthers Leben nachgespielt. In Jestetten (Kreis Waldshut) konnte auf der Empore der Markuskirche übernachtet werden. Neu war die die Aktion „Segensflieger“: Um 15.17 Uhr – die Uhrzeit nahm Bezug auf die Jahreszahl der Reformation – waren vor allem Konfirmanden aufgerufen, Papierflieger mit Segensworten von Kirch- und Feuerwehrtürmen, Rathäusern und anderen Gebäuden zu werfen. Mehrere 1.000 Protestanten beteiligten sich. Viele Papierflieger waren mit einem Psalmwort (139,9) beschriftet: „Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort Deine Hand mich führen und Deine Rechte mich halten. Reformationstag 2011“. Andere tragen einen irischen Reisesegen. Die Kirchenleitungen waren überwältigt von den positiven Reaktionen.

Die ChurchNight ist ein Modellprojekt der Ev. Kirche in Deutschland (EKD). Seit 2006 findet die ChurchNight an ungewöhnlichen Plätzen, in Schulen und auf freien Plätzen, in stimmungsvoll erleuchteten Kirchen. Schon im vergangenen Jahr gab es über 1.000 ChurchNight-Angebote mit insgesamt über 105.000 Besuchern. Zum ersten Mal gab es in diesem Jahr eine Filmaktion, die auch auf der Internet-Plattform youtube zusehen ist. Die Organisatoren sehen sich damit in einer guten Tradition: Schon die Reformatoren setzten - damals mit dem Buchdruck - auf neue Technologien. Eine Premiere war außerdem, dass das württembergische Kirchenfernsehen (www.kirchenfernsehen.de) am Reformationsabend live über die ChurchNight-Aktionen sendet. Mehr Infos unter www.churchnight.de im Internet. (Martin Kugele - 1. November 2011)




Frage am Reformationstag 2011: Was macht einen evangelischen Christen aus?
Aktionen allein verändern inhaltlich noch nichts in Deutschland. Es geht um die Inhalte, die Botschaft der Reformation, die Frage; Was macht evangelische Christen aus? Ein Projektpfarrer sagte vor 1.500 Gottesdienstbesuchern, merke er immer wieder in Gesprächen, dass viele Protestanten darauf keine klare Antwort geben könnten. Manche meinten, die Stellung zu ethischen und moralischen Themen seien Kennzeichen evangelischen Profils. Andere hielten das diakonische Engagement für spezifisch evangelisch. „Doch unser Alleinstellungsmerkmal ist Jesus Christus“, so Projektpfarrer Jens Buschbeck. „Er allein ist es, der uns vor Gott gerecht macht.“ Diese Rechtfertigung könne sich niemand durch Taten verdienen: „Aber wenn ich weiß, dass ich ein aus Gnade gerechtfertigter Sünder bin, muss das mein Leben verändern.“ Dies in aller Klarheit weiterzusagen, sei auch heute Aufgabe evangelischer Christen. Die Schwester der Klarheit sei jedoch die christliche Liebe, ergänzte der Theologe Liebe ohne Klarheit sei unehrlich, Klarheit ohne Liebe unbarmherzig. Besonders Christen in frommen Kreisen stünden häufig in der Gefahr, stets andere darauf hinweisen zu wollen, wofür sie Buße tun sollten, ohne dabei das eigene Versagen und die eigenen Fehler zu sehen. (MK/idea - 1. November 2011)




Die IVCG hat erstmals einen deutschen Präsidenten: Manfred Schaller
Die internationale Managermission will Führungskräften in Europa die christliche Botschaft bringen

MOSBACH. Der vielseitige engagierte Theologe Manfred Schaller (62) aus Mosbach bei Heidelberg ist am 29. Oktober in Frankfurt zum neuen Präsidenten der Internationalen Vereinigung Christlicher Geschäftsleute (IVCG) gewählt worden. Damit ist erstmals ein Deutscher an der Spitze dieser bekannten Managermission. Schaller (Foto oben) stammt aus Pforzheim. Er war bislang Vorstand des deutschen Zweiges dieser überkonfessionellen Bewegung, die Führungskräfte in Wirtschaft und Politik mit dem christlichen Glauben vertraut machen will. Der gelernte Bankkaufmann bei einer Großbank hat eine theologische Ausbildung absolviert und wirkte 14 Jahre auf Schiffen des Missionswerkes „Operation Mobilisation“ (OM), zuletzt als Direktor. Seit 19 Jahren ist er für die IVCG tätig, die an 80 Orten in Europa mit rund 800 ehrenamtlichen Mitarbeitern aktiv ist. Theologisch ist sie evangelikal ausgerichtet. Mit seiner Ehefrau Gerda, die als Referentin für Frauenveranstaltungen unterwegs ist, hat Schaller drei Kinder (zwei leibliche und eine Adoptivtochter aus Brasilien, dazu vier Enkelkinder).

Herzlichen Segenswunsch zu dieser Wahl, lieber Manfred Schaller! Wir erbitten für diese großen Aufgabe unseres Freundes die Fürbitte der bekennenden Christen in Baden und bundesweit! Das Leitmotiv von Manfred Schaller lautet: Die beste Botschaft der Welt auf eine relevante Art den Menschen von heute weitersagen und Nachfolger von Jesus Christus in ihrem Leben mit Gott zu ermutigen. Nach der einstimmig erfolgten Wahl sagte Schaller, die IVCG unterscheide sich von anderen christlichen Organisationen, die auch Verantwortliche in der Wirtschaft ansprächen, durch ihren missionarischen Auftrag. Dabei gelte es zu überlegen, ob die bisherige Art zu wirken auch in Zukunft noch so bleiben müsse. Die Vereinigung Christlicher Geschäftsleute lädt vor allem zu Vortragstreffen mit Abendessen in Hotels ein. Schaller löst Rechtsanwalt Christoph Wyss (63, Bern) ab, der 20 Jahre als Präsident amtierte und vorerst im Vorstand bleiben wird. Die IVCG (www.ivcg.org) wurde 1957 gegründet. (MK/idea - 1. November 2011)




CVJM-Präses Stengel wiedergewählt: CVJM will missionarische Arbeit ausbauen
REMCHINGEN. Bei der Delegiertentagung (Mitgliederversammlung) des CVJM-Gesamtverbandes in Deutschland Ende Oktober ist Ministerialrat und Kirchengemeinderat Karl-Heinz Stengel (Remchingen-Wilferdingen bei Pforzheim) für weitere vier Jahre als Präses des deutschen CVJM gewählt worden. In seinem Bericht vor den 145 Delegierten blickte er auf ein ereignisreiches Jahr mit vielen guten und wichtigen Entscheidungen zurück, besonders die Einführung des neuen Generalsekretärs Dr. Roland Werner. Besonders wichtig ist Stengel, dass der CVJM eine Bibelbewegung bleibt. In seinem Bericht sagte er: „ Die Initiative ‚Liest du mich‘ erfüllt mich mit besonderer Freude. Gott in der Bibel begegnen, sich inspirieren lassen, Kraft schöpfen, Ideen entdecken, über Wunder staunen, dazu lädt die aktuelle CVJM-Bibelleseinitiative – Gott zum Nachlesen ein. Die Ideen zum Bibellesen und die Nutzung der neuen Medien für diese Aktion sind einfach Klasse.“

Der CVJM-Gesamtverband will die missionarische Jugendarbeit stärken und ausbauen, unterstrich Generalsekretär Roland Werner. Die mit 330.000 Mitgliedern größte christliche Jugendorganisation in Deutschland erreicht jedes Jahr fast eine Million junge Menschen. Schwerpunkt ist die örtliche Jugendarbeit in 2.200 Vereinen. Werner rechnet mit 100 CVJM-Gründungen in seiner achtjährigen Amtszeit. Wie er vor der Delegierten-Versammlung sagte, kommen neue Aufgaben auf den deutschen CVJM zu, auch mit einer stärkeren Präsenz im Internet und der zunehmenden Zahl von Ganztagsschulen. Die Internationalität und die öffentliche Wahrnehmbarkeit des Verbands sollen gestärkt werden. Neben innovativen Projekten gelte es auch, die kontinuierliche Arbeit zu pflegen. Der Theologe machte Mut zu partnerschaftlicher Arbeit zwischen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Die Arbeit des CVJM wird zu 99 Prozent von den 61.000 Ehrenamtlichen gestaltet, die von 840 Hauptamtlichen unterstützt werden.

Bei der Delegiertentagung wurde auch das 20-jährige Bestehen der gesamtdeutschen Jugendarbeit gefeiert. 1991 hatten sich die Jungmännerwerke in der Ex-DDR mit dem CVJM-Gesamtverband im Westen vereinigt (www.cvjm.de). Neu in den Vorstand gewählt wurden neben Karl-Heinz Stengel die Mitglieder Thomas Kern (Hockenheim), Gabriele Dal Piva (Würzburg), Steffen Waldminghaus (Lüdenscheid), Paul Dittrich (Berlin), Ulrich Hanfstein (Baiersbronn), Hartmut Hühnerbein (Haiger), Christian Hüther (Görlitz), Andreas Kämpf (Siegen), Björn Stockleben (Hamburg) und Dieter Stöckle (Weingarten) in den Vorstand gewählt worden. Beate Breithaupt (Remshalden bei Stuttgart), die nach zwölf Jahren aus dem Vorstand ausschied, erhielt die höchste Auszeichnung des deutschen CVJM, die George-Williams-Medaille. Sie ist nach dem Gründer, dem Engländer George Williams (1821-1905), benannt. Link: www.cvjm.de/service/presse/20-jahre-vereinter-cvjm-in-deutschland/ (MK/idea - 1. November 2011)






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